Nachtrag 24h-Rennen Le Mans

24h Lauf in Le Mans

Für Thomas, Ute, Julia und mich, Fanny, ging es am Donnerstag, den 23. Mai 2013, direkt nach der  Arbeit bzw. Schule nach Erfurt um dort Nico abzuholen. Geplant war die Fahrt nach Erfurt mit einem Auto, aber am Ende hatten wir vier Leute doch so viel Gepäck, dass wir mit zwei Autos fahren mussten.unsere Teilnehmer

Im Autohaus in Erfurt angekommen, wollte man uns doch ernsthaft einen Opel „Adam“ zur Probefahrt andrehen. Ich meine, wir wären auch damit gefahren, aber da hätte wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte des Gepäcks rein gepasst. Geschweige denn wir fünf Personen. Also wurde die Sache schnell berichtigt, die auf einer Verwechslung beruhte.

Nachdem dann das richtige Auto da und Nico samt seinem Gepäck sicher verstaut war, konnte es endlich losgehen Richtung Frankreich. Dabei wechselten sich meine Mama und Thomas beim Fahren ab und kurz nach 20 Uhr waren wir über die Grenze.
Geplant war eigentlich die Nacht von Donnerstag zu Freitag in einem Motel an der Autobahn zu verbringen, doch leider hatten wir alle nicht damit gerechnet, dass wir ohne Reservierung nicht weit kommen und die Motels entweder ausgebucht oder zu teuer waren. So musste doch der Notfallplan in Kraft treten und wir im Auto schlafen. Unser Glück war, dass wir zu fünft in einem Neunsitzer relativ viel Platz hatten. Dabei schlief Thomas auf der Rückbank, meine Mama vorne, Nico machte es sich im Fußraum bequem und Julia & ich schliefen zusammen auf der mittleren Bank. Dass dies für alle eine relativ unbequeme Sache war, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen.
Aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung und Geld gespart hatten wir auch noch. Außerdem waren wir dann Freitag ziemlich früh schon am Campingplatz und konnten uns somit nach Einlass einen guten Platz sichern. Freitag war das Wetter leider nicht so toll. Es war vor allem sehr kalt und hat immer wieder geregnet. Was natürlich blöd zum Zelt aufbauen war, aber wir haben das Beste daraus gemacht.

Zelte am circuit Bugatti

Freitags lernten wir natürlich noch unsere ganzen Team-Kollegen kennen, wobei Julia und ich im 10er Team von Hannover starteten. Thomas lief im 5er Team von Hannover und Nico im 5er Team von Wolfsburg mit.

unser Team

Nach einer kühlen Nacht war dann 14 Uhr der 300m Sprint, bei dem es um die Startplätze ging.
Durch die super Sprint-Leistung von Julia durften wir auf Platz 68 starten und Nico schaffte sogar Platz 9 für sein Team, von immerhin über 450 Teams und Einzelstartern. Der Startläufer musste dann nach dem Ertönen des Startsignals zur anderen Seite der Bahn rennen und so schnell wie möglich seine Skates anziehen. Danach ging es für ihn schon auf die 4,4 km lange Runde, die er zweimal laufen musste, bevor er auf den nächsten Läufer aus seinem Team wechseln durfte.

Dsc_1917

Es war schon ein lustiges Schauspiel, den  Startläufern zuzuschauen, wie sie mit ihren Skates kämpften und sich dann als erstes einen ziemlichen Berg hoch kämpfen mussten.

Jedes Team hatte natürlich seine eigene Strategie. Unsere war das abwechselnde Laufen von 3er Teams, so dass die anderen sechs Läufer Pause machen konnten (ja richtig gezählt, wir waren nämlich nach Absage eines Läufers nur noch zu neunt). Von 16 bis 18 Uhr waren aber alle unsere Läufer im Einsatz und Andreas startete für uns. Julias und meine erste richtige Schicht zusammen mit Manja begann dann 20 Uhr und ging bis 22 Uhr.

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Danach ging es runter zum Zelt und erstmal was schön warmes essen oder trinken. Dafür sorgten meine Mama und der Rest des Verpflegungsteams. Denn bei einem 24h- Rennen ist es sehr wichtig, dass rund um die Uhr warme Verpflegung vorhanden ist.

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Nach nur ein paar Stunden Schlaf mussten wir uns Viertel 3 Uhr nachts wieder auf den Weg zur Rennstrecke machen.
Unsere Schicht ging diesmal von 3 bis 6 Uhr und war richtig anstrengend. Man hatte nicht nur mit der Müdigkeit zu kämpfen, sondern auch mit der Kälte, es waren nicht mehr als   2°C und natürlich musste man besonders aufpassen, weil es auch sehr viele Starter gab, die nicht so oft auf Inlinern stehen. Um halb 6 Uhr wurde es dann noch einmal kälter und dazu kam auch noch Nebel, der es nicht leichter machte.2013-05-26-974 (FILEminimizer)Nach unserer Schicht wurde zurück gejoggt und sich dann noch einmal, nach einem warmen Tee, in den Schlafsack verkrümelt. Leider konnte ich nicht einmal wirklich schlafen, da es einfach zu kalt war. Nach den wenigen Stunden Schlaf und der Anstrengung merkten wir unsere Beine beim nächsten Laufen von 11 bis 13 Uhr dann umso mehr. Dennoch machte es richtig Spaß, weil alle Läufer gut drauf waren und man bekam auch manchmal Leute in Kostümen oder mit lustigen Rollschuhen zu Gesicht.

Unser letztes Laufen war dann von 14 bis 16 Uhr und da wurde das atemberaubende Gefühl noch einmal richtig genossen.

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Julia zum Beispiel machte Videos und Bilder während des Laufens. Ab 15:50 Uhr durfte nicht mehr gewechselt werden und ich lief als vorletzte Läuferin. Ich wechselte auf Kim, die dann gemütlich bis 16 Uhr noch ganze drei Runden schaffte.

Dsc_2034Insgesamt liefen wir über 570 km mit durchschnittlich 24km/h. Das Top-Team schaffte sagenhafte 850 km. Am Ende erzielte unser Team Platz 40 in der Kategorie 10er Teams und insgesamt wurden wir 81. von 340 gestarteten 5er- oder 10er-Mannschaften, 40 Duos und 79 Einzelstartern. Damit waren wir alle sehr zufrieden, da es bei uns in erster Linie um den Spaß ging, den wir auf jeden Fall hatten. Abends wurde dann noch gegrillt und gefeiert, denn Thomas belegte mit seiner Mannschaft in der Kategorie männliche 5er Teams den 3. Platz.

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Montagmorgen ging es nach wenig Schlaf und einem kurzen Frühstück sofort ans Zelt abbauen und dann machten wir uns noch vor um 10 Uhr auf den Rückweg. Von dem wir Sportler natürlich nicht sehr viel mitbekommen haben, da wir einiges an Schlaf nachzuholen hatten. Kurz vor 22 Uhr waren wir alle erschöpft, aber sehr zufrieden, wieder zu Hause angekommen.

Ich muss schon sagen, es hat sich echt gelohnt und ich würde es auf jeden Fall immer wieder machen. Sehr schön war auch, dass vor dem Stadion viele Stände aufgebaut waren, die alles mögliche an Sportutensilien verkauften. So kamen Julia und ich zu einem neuen Rad-Trikot und sie noch zu einem schönen neuen Helm, wunderschöne Andenken.

Ich werde die Zeit in Frankreich nicht so schnell vergessen.

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Danke an alle, die uns unterstützt haben: Sponsoren, Fahrer, Betreuer und den Schulen für ihre Freistellung.

Bericht von Fanny Perthel